Geschichte

Die Geschichte des Prager Hlahol

Der Gesangsverein Hlahol entstand nach dem Jahre 1860, als nach der Erneuerung des Verfassungslebens in Österreich plötzlich ein starker Aufschwung einsetzte. Auf die neuen politischen Ereignisse folgten auch große nationale Ereignisse, nicht nur im öffentlichen, sondern auch im künstlerischen Leben. Es entstand das tschechische Theater, die Konzerte emanzipieren sich, und es werden Vereine mit nationalen Aufgaben gegründet.

Gründer des Hlahol ist Jan Ludevít Lukes, ein bekannter Prager Sänger, aus dessen privatem Chor sich Anfang 1861 ein öffentlicher Verein entwickelte – damals trat er erstmals unter der Bezeichnung Hlahol auf (auf der Beerdigung des Dichters Václav Hanka im Januar 1861), er zählte 120 Mitglieder – alles Männer.

Im Jahre 1862 malte der Künstler Josef Mánes für den Hlahol die Vereinsfahne unter der Losung „Mit Gesang zum Herzen, mit dem Herzen zur Heimat.“ Die Losung stammte von Josef Sklenář.

Die ersten Regens chori waren J. L. Lukes und Ferdinand Heller, de bekannte Schöpfer der Česká Beseda. Zum ersten Vorsitzenden wurde ein Adeliger gewählt – Fürst Rudolf Thurn-Taxis.

Im Jahre 1863 wurden F. Kaván und B. Smetana Regens chori, im darauf folgenden Jahr dann F. Heller und B. Smetana. Der Hlahol zieht in das Haus Zur Königin von England in der Široká ulice (heute Jungmannova třída).

Unter der Leitung von P. Křížkovský führte der Hlahol die gewaltige Kantate Cyril und Method auf, und zwar 1863 in Brno.

Nach Smetana wurde der Hlahol von dem damals 27-jährigen Karel Bendl dirigiert. Zu seiner Dirigentenzeit ebbten die Veranstaltung von Lustbarkeiten und Feiern ab, man widmete sich der wahren Berufung des Vereins – dem Gesang (im künstlerischen Sinne). Der damalige Vorsteher der Hlahol Josef Huleš war gleichzeitig Bürgermeister von Prag. Erstmals wurde der Chor am 9. Mai 1873 durch das weibliche Element erweitert, als der gemischte Chor Dvořáks „Hymnus“ zur Aufführung brachte.

In der Akademie im Neustädter Theater wurde am 17.5.1870 zur feierlichen Grundsteinlegung für das Nationaltheater Smetanas „Rolnická“ aufgeführt. An dieser Feierlichkeit nahmen noch weitere 211 Gesangsvereine teil.

Im Mai1872 reiste der Hlahol nach Dresden, und zwar auf Einladung des dortigen tschechischen Gesangsvereins Vlastimil. Hier veranstaltete der Hlahol auch sein erstes eigenes Konzert für die breitere deutsche Öffentlichkeit, den Erlös widmete er dem Pensionsfonds des Chores der Dresdner Oper.

Zum Vorsteher wurde 1876 JUDr. J. Fleischmann gewählt, Regens chori wurde 1877 der damals 24-jährige Karel Knittl. Der Hlahol zog in die St.-Wenzel-Darlehenskasse in der Řetězova ulice, von dort dann zu den Doušas auf dem Wenzelsplatz. Ein großes Verdienst Knittls war die Gründung eines ständigen Frauenchores, der. sog. Damenabteilung, die im Herbst 1879 in den Hlahol eingegliedert wurde. Die Anzahl der weiblichen Mitglieder stieg auf 143, der Männerchor zählte 200 Mitglieder.

Der Höhepunkt in Knittls Laufbahn war die Einstudierung des Stabat mater von Dvořák (30.11. und 2.12.1884) und des Requiem von Berlioz (19. und 26.4.1885), weiter dann des Dvořáks Hochzeitshemd (8.11.1885), Fibichs Frühlingsromanze (3.6.1886), Bendls Heiligabend (ebenfalls 3.6.86) und Kličkas Pohřeb na Kaňku (12.12.1886).

Als im Februar1888 Tschaikowski nach Prag kam, veranstaltete der Hlahol für ihn ein Stelldichein, wofür der russische Komponist dem Verein einen neuen Chor versprach, den der dann Bendl auch wirklich zuschickte.

Im Jahre 1886 erhielt der Verein die Goldmedaille „Literis et artibus“ aus den Händen des Kaisers.

Im Jahre 1889 führte der Hlahol Dvořáks Missa D-Dur (25.3.) auf, zusammen mit Schuberts Gesang der Geister über den Wassern und Mendelssohns Motette für 3 Frauenstimmen auf.

Im Jahre 1895, als in Prag die Heimatkundeausstellung stattfand, kam es zu einem großen Treffen der Gesangsvereine. Den ersten Preis von 13 erhielten der Hlahol aus Pilsen, der Hlahol von Vinohrady und der Svatopluk aus Uherské Hradiště. Klička verzichtete 1897 auf seine Funktion (im Todesjahr von Bendl). Die nächsten 4 Jahre wurde der Hlahol wieder von Knittl geleitet, der jedoch 1901 Verwaltungsdirektor des Prager Konservatoriums wurde und seine Stelle als Regens chori beim Hlahol zum zweiten Mal zur Verfügung stellte. Zwei Jahre später, in denen der Hlahol von K. Douša dirigiert wurde, übernahm Adolf Piskáček die Stelle des Chorleiters. Er führte das Requiem von Berlioz auf, ebenso die h-Moll-Messe von Bach und Beethovens Missa solemnis.

Im Jahre1901 reiste der Hlahol nach Zagreb und 1910 nach Ljubljana.

Die Höhepunkte der Dirigentenlaufbahn Piskáčeks beim Hlahol unter dem Vorsteher Ant. Adámek war der Bau des eigenen Hlahol-Hauses. Im November 1902 schlug der Ausschuss vor, ein Grundstück zu kaufen (dazu kam es am 25.9.1903), wobei auch die Pläne eines Ausschussmitgliedes, des Architekten F. Schlaffer, einbezogen, die Ausschmückung stammt von J. Fanta. Beide arbeiteten ohne Bezahlung an diesem Projekt.

Am 3. Mai 1903 wurde mit dem Bau begonnen, Baumeister war Č. Gregor. Am18. September 1905 fand hier die erste Probe des Hlahol unter dem eigenen Dach statt. Die offizielle Eröffnungsfeierlichkeit jedoch gab es erst am 4. und 5. November, ebenso auch ein Tanzvergnügen auf der Sophieninsel (4.11.1905), am Sonntagmorgen fand in der Teinkirche eine Messe statt, danach wurde gegen 11 Uhr das Haus feierlich seiner Bestimmung übergeben. Die Innenräume des Großen Saales ergänzte 1921 auch Alfons Mucha mit seinem letzten großen Werk – der Lünette „Das Lied“ (sie wurde allerdings erst 1934 im Hlahol installiert).

Architektonisch gehört das Gebäude zu den reinsten und schönsten Jugendstildenkmälern seiner Art. Die Fassade am Ufer schmücken große Mosaiken und die herrlich geschnitzten Originaltüren, die hintere erneuerte Fassade besticht durch die goldene Aufschrift HLAHOL. Seiner Bedeutung und der ursprünglichen Verzierung wegen (einschließlich der Büsten der Regens chori und Teile des Mobiliars) wurde das Objekt des Gesangsvereins zum Kulturdenkmal erklärt.

Im Jahre 1911 schrieb man wegen des leichtsinnigen und großzügigen Charakters Piskáčeks die Stelle eines neuen Regens chori aus, die der damals 29-jährige bisherige Regens chori des Hlahol von Vinohrady Jaroslav Křička antrat. Dieser dirigierte den Hlahol über den gesamten ersten Weltkrieg hinweg insgesamt 9 Jahre. Er studierte die Missa choralis von Franz Liszt, den Hymnus von Dvořák, Nováks Bouře und das Hochzeitshemd, Fibichs Frühlingsromanze, César Francks Lyrisches Oratorium Seligpreisungen sowie Dvořáks Requiem und diverse Bach-Kantaten ein.

Im Laufe seiner Tätigkeit als Regens chori achtete Křička streng auf Pünktlichkeit und Disziplin, zwei notwendige Bedingungen für Erfolge bei künstlerischer Tätigkeit. Große Verstöße gegen diese Forderungen wurden auch mit der Streichung aus dem Mitgliederverzeichnis geahndet.

Wegen der Spannungen zwischen den Mitgliedern und dem Regens chori (er forderte ein individuelle Überprüfung aller Sänger) trat Křička im Juni 1920 von seiner Funktion zurück. Doch bereits vorher hatte er sich dafür eingesetzt, dass der Hlahol weiterhin als gemischter Chor würde auftreten können.

Im Jahre 1921 fand eine Chorreise nach Jugoslawien statt, bei der Foersters Česká píseň und die Chöre Z osudu rukou und Velké, širé, rodné lány, Vycpálkas Naše jaro und Křičkas Advent und Staroměstská věž aufgeführt wurden.

Im Dezember 1921 wurde der 50-jährige Jaromír Herle aus Wien zum Regens chori berufen (er hatte dort den Gesangsverein Lumír geleitet). Im Jahre 1925 hatte der Verein erstmals mehr als eintausend Mitglieder.

Im Jahre 1927 unternahm der Hlahol eine Reise nach Frankfurt am Main mit Station in Nürnberg, 1932 dann nach Jugoslawien zum slawischen Festival zum 40. Jahrestag der Glasbene Matice in Ljubljana. Es fanden insgesamt 8 Konzerte statt.

Herle nimmt sich einen 2. Regens chori zu Hilfe, den Südslawen P. Miloševič, der nach 2 Jahren von dem Komponisten und Pianisten Jos. Stanislav ersetzt wird, im 74. Jahre des Bestehens des Vereins kommt dann Václav Smetáček, Dirigent und Oboist, ehemals 1. Regens chori der Typografie.

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Vereins (1935-1936) verleiht der Rat der Hauptstadt Prag dem Hlahol für sein Wirken für Volk und Vaterland die Sucharda-Ehrenplakette, überreicht wird diese vom Oberbürgermeister K. Baxa.

Der Hlahol selbst ließ sich aus diesem Anlass eine Jubiläumsplakette anführen, ein Werk von J. Drahoňovský, der damit die Ehrenmitglieder, Vereine und Korporationen beschenkte.

Aus Anlass des 60. Geburtstages von Vorsteher J. Stanislav sang erstmalig der Kinderchor.

Regens chori Václav Smetáček hatte ein großes Interesse am tschechischen Chorgesang a capella.

Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde die Tätigkeit des gemischten Chores auf ein Minimum zurückgefahren. Unter der Herrschaft der Kommunisten entwickelte sich der Chor zwar künstlerisch, doch es fehlte der Kontakt mit dem Ausland, und das Gebäude des Hlahol verfiel.

Im Haus am Ufer wurde im ersten Stock eine ständige Hlahol-Ausstellung mit Denkwürdigkeiten, Dokumenten und Trophäen eingerichtet.

Der Ausschuss des Hlahol kaufte im Jahre 1941 eine Schallplattenanlage und brachte diese im Probenraum an. Der Lautsprecher diente außer dem Hören klassischer Kantaten- und Oratorienwerker auch zur Wiedergabe von Tanzmusik bei Hlahol-Vergnügen und Veranstaltungen der Gesellschaftssektion.

Das Dvořák-Jubiläumsjahr gipfelte in der Aufführung seines ganzen Oratoriums „Die Heilige Ludmilla“ am 7.6.1941. Der Ausschuss des Hlahol beschloss am 13.1.1941, der Männerchor werde in Zukunft keine aristokratischen Fracks als Konzertkleidung mehr tragen und vielmehr im Smoking auftreten.

Am 10. und 11.11.1942 führte der Hlahol die Orgelmesse von F. Liszt auf (in der Bearbeitung von Leoš Janáček). Am 18.12.1942 hatten Křičkas „Mateřídouška“ und „Angelus“ Premiere.

Auf einer außerordentlichen Probe am 11.6.1943 wurde des 20. Jahrestages des internationalen Erfolgs des Hlahol auf den Sängerwettbewerben in Amsterdam gedacht, wo der Verein in starker Konkurrenz den 1. Preis in der höchsten Kategorie der gemischten Chöre errungen hatte.

Nach einer kommissionellen Besichtigung der Räumlichkeiten am 27.9. und 28.9.1943 erhielt der Hlahol am 30.9.1944 einen Bescheid des Landespräsidenten in Prag, durch den mit sofortiger Wirkung der Saal, die Garderobe mit Zubehör, die Galerie, das Büro und der Sitzungssaal der Abteilung Todt – Einsatzgruppe VII, Oberbauleitung in Prag IV zugeteilt wurden.

Ab dem 20.10.1944 hatte der Hlahol seine vorübergehende Heimstatt in der Štěpánská ul. 35.

Zu dieser Zeit veranstaltete der Regens chori Vratislav Vycpálek Kurse für Kinderchorgesang, 164 Kinder nahmen daran teil.

In den Tagen des 8. und 9.1.1945 erhielt der Hlahol die Schlüssel zurück und begann am 19.1.1945 wieder im eigenen Haus zu proben.

Doch die Unannehmlichkeiten waren noch nicht vorbei. Am 20.4.1945 verkündete das Referat der Wehrmacht dem Magistrat der Hauptstadt Prag, man würde erneut den Saal und die Garderobe für die Firma Odkolek beschlagnahmen, und zwar zur Lagerung von Mehl.

Am 9.9.1945 beteiligte sich der Hlahol an einer großen Volksmanifestation für das Grenzgebiet in Červený Hrádek bei Chomutov, an den Stellen, wo 1938 über das Schicksal der Tschechen ohne Einbeziehung der Betroffenen entschieden worden war und wo man die Abtrennung der Grenzgebiete von der Republik vorbereitet hatte. Am 15.9.1945 wurde das „Česká píseň“ im Tyrš-Haus aufgeführt, abends sang man die Nationalhymne auf einem Vergnügen des Tschechoslowakischen Sokol-Turnvereins im Gedenken an dessen Gründer Mir. Tyrš.

Nach längerer Zeit wurde der Hlahol wieder in der Tschechoslowakischen Rundfunk eingeladen, wo er am 23.9.1945 das Oratorium von Foerster „Heiliger Wenzel“ aufführte.

  1. Smetáček stellte wenig später seine Stelle zur Verfügung, auch sein Stellvertreter J. Bubeníček verließ den Verein. Nach einer Krise mit den nächsten Dirigenten A. Dolinský übernahm Ende 1945 Prof. Cyril Pecháček die Stelle des Regens chori.

Der Hlahol spendete unmittelbar nach der Kriegsende 12000 Kč zur Erneuerung des Altstädter Rathauses, dem Komponisten B. Krawec, der durch die Zerstörung Dresdens um sein gesamtes Vermögen und die Manuskripte seiner Kompositionen gekommen war, widmete der Verein ein Ehrengeschenk von 5000 Kč.

Der gemischte Chor eröffnete am 8.11.1947 unter der Leitung von J. Kasal im Myslbek-Pavillon Na příkopech die Vernissage zur Ausstellung „30 siegreiche Jahre der UdSSR“.

Im Rahmen des Prager Frühlings wurde am 15.5.1948 auf dem dritten Burghof auf dem Hradschin das Oratorium von A. Dvořák „Die Heilige Ludmilla“ aufgeführt. Neben dem Hlahol beteiligten sich daran noch weitere 6 Chöre, es spielte das Orchester der Tschechischen Philharmonie zusammen mit dem Orchester FOK unter der Leitung von R. Kubelík.

Der Männerchor sang zusammen mit weiteren Prager Sängern am 8.9.1948 auf der Beerdigung von Präsident E. Beneš. Auf dem Tyl-Platz hinter dem Nationaltheater erklang der Psalm „Gnadenreicher, großer Gott“.

Neuer Regens chori wurde Z. Tomáš (geb. 1915), ihm stand von März bis September 1948 Jan Kasal als zweiter Regens chori zur Seite.

Am 21.5.1948 besuchte der ehemalige zweiten Regens chori aus Herles Zeit, P. Miloševič, nun Professor an der Musikakademie Belgrad, eine Hlahol-Probe. Er wurde mit Gesang begrüßt und dirigierte selbst ein Werk von Smetana.

Am 10.5.1949 sang der Hlahol zusammen mit weiteren Sängern unter der Leitung von Z. Tomáš Smetanas „Lied der Freiheit“ auf einem Konzert der Gesellschaft zur Erneuerung von Emmaus (das durch Luftangriffe schwer beschädigt worden war).

Das Haus in der Liliova ulice in der Prager Altstadt, das der Hlahol geerbt hatte, wurde schließlich dem Staat gewidmet. Allerdings geschah dies durch Zwang, da die Erlöse aus den Konzerten und die Miete aus den Häusern des Hlahol die mit der Verwaltung dieses Objektes verbundene Regie nicht decken konnten.

Staatliche Subventionen, die früher regelmäßig geflossen waren, gab es für den Hlahol in der neuen Zeit nicht mehr.

Fragen der Finanzierung und des Erhalts einer ausgeglichenen Bilanz waren nur ein Teil eines ganzen Fragenkomplexes. Es ging auch um eine ideelle Orientierung, um eine klare Eingliederung des Hlahol in das öffentliche und politische Leben.

Am 30.6.1951 stellte das Gasthaus im Hlahol-Haus in der Vojtěšská ulice seine Tätigkeit ein. Der bisherige Mieter erklärte, er würde sein Gewerbe nicht weiterführen. Das sich jedoch kein anderer Mieter fand, strich der Nationalausschuss in Prag 2 die Gasthauskonzession im Haus Nr. 249 auf den Namen Hlahol.

Zu dieser Zeit hat der Hlahol statistisch 197 Mitglieder (129 Frauen und 68 Männer).

Die Gebäude brachten nichts mehr ein und waren reparaturbedürftig. Dazu stieg die Regie des Chors. Um den Verkauf der Karten mussten sich die Mitglieder selbst kümmern. Der Kinderchor trug sich selbst, aber nur deshalb, weil die Kinder ein Aufnahmegeld entrichteten, aus dem die Proben bezahlt wurden. Sonst musste der Hlahol sparen, damit die Bilanz wieder ins Gleichgewicht gelangte. Das Repertoire des Hlahol war eher klassisch, es überwogen kirchliche Werke, dazu kam als Anhängsel das Volkslied.

In den nächsten Jahren wechselten sich mehrere Regens chori hinter dem Dirigentenpult des Hlahol ab.

Die Probenräume des Hlahol wurde auch von der Orchestervereinigung der Prager Lehrer genutzt, vorübergehend auch vom Tschechischen Chor. Es fanden dort auch Tanzkurse und Übungsstunden des Ballettstudios von Z. Zabylová statt.

Am 24.1.1957 fand die Premiere der Kantate des sorbischen Komponisten B. Krawec (1861-1948) „Krieg und Frieden“ statt.

Am 23., 26.4. und 2.5.1957 führte der Hlahol G. Rossinis Oper „Wilhelm Tell“ auf.

Der Regens chori initiierte die Gründung eines

eigenen Hlahol-Orchesters

auf Amateurbasis, allerdings auf einem solchen Niveau, dass es in der Lage war, den Chor bei den meisten Auftritten zu begleiten. Das war in der Geschichte des Hlahol eine Tat von solchem Ausmaß, wie es nur die Eingliederung des Frauenchores in den ursprünglich nur Männerchor des Hlahol gewesen war.

Der Verein hatte 206 ausführende Mitglieder (146 Frauen und 60 Männer). Die Anzahl der Sängerinnen in den Stimmgruppen des Frauenchores lagen bei 47, 30, 40, 29, im Männerchor bei 14, 15, 18, 15. Das Sinfonieorchester hatte 70 Mitglieder.

Am 8.6.1960 und 14.6.1960 führte der Hlahol einen modernen „Abend der schönsten Walzer“ auf. Doch dies war eine zweifelhafte Repertoirepolitik.

Auf einer Sitzung des Vereins am 16.6.1961 wurde František Šišma zum neuen Vorsteher gewählt, der diese anstrengende Funktion bis 1972 wahrnahm. Im Jahre 1962 gab der Hlahol ein neues Abzeichen heraus, das der Bildhauer Arnošt Košík entworfen hatte.

1962 studierte der Hlahol Verdis Simone Boccanegro ein. Es kam das Schaffen von Kabeláč hinzu – Kinderchöre, der gemischte Chor führte die Kantante Maryka von Ilja Hurník und 1965 Händels Messias und Praecatus est von Černohorský auf.

Auch in schwierigen Zeiten sicherte Z. Tomáš dem Hlahol ein annehmbares Repertoire und ein akzeptables Niveau.

Aus finanziellen Gründen vor allem nach 1970 konnte man nicht mehr so viele Konzerte veranstalten, 1978 zerfiel das Orchester.

1980 wurde Jan Kasal künstlerischer Leiter des Hlahol. Er konzentrierte sich auf das A-capella-Schaffen, der Chor kehrte somit zu seiner Basis zurück.

1984 gründete J. Kasal ein Streichorchester.

Durch die Einstudierung der Kantate Nr. 31 J. S. Bach schlug Kasal einen neuen künstlerischen Kurs ein, von dem er nicht abgehen wollte, deshalb musste er sich von einem Teil der Mitglieder (vor allem den älteren Mitgliedern) trennen.

Im Jahre 1986 hatte der Hlahol im gemischten Chor 94 Mitglieder, im Kinderchor 50 (künstlerischer Leiter M. Hájek), im Kammerensemble der Tschechischen Madrigalisten 18 Mitglieder (Leiter Frant. X. Thuri). Leiter des Kammerstreichorchersters war Pavel Rabas.

  1. 1. Oktober 1986 feierte der Hlahol sein 125-jähriges Bestehen.

Am 24.5.1987 sang der Hlahol auf einem Festkonzert im Rahmen des Prager Frühlings und auf einem Konzert der Chöre am 17.11.1987 IM Großen Saal auf der Slaweninsel.

Am 23.6.1988 wurden das Werk „Milování bez vídání“ von M. Raichl und Bearbeitungen von Volksliedern von P. Eben aufgeführt.

Im Dezember 1988 verstarb der langjährige Funktionär des Hlahol Karel Polák. Der Vereinsvorsteher Ing. Jan Nič starb im November 1988 und wurde am 27.12.1988 in der Hlahol-Gruft auf dem Vyšehrad beigesetzt.

Am 13.12.1988 trat der Hlahol mit Kompositionen von G. M. Palestrina, D. Buxtehude, P. Eben (Teschiner Sternsinger) u. a. auf.

Ein Weihnachtskonzert fand am 5.12.1989 im Smetana-Saal des Gemeindehauses statt. Es kamen zur Aufführung das Cantate Domino von D. Buxtehude, die Kantate Nr. 57 und die Suite Nr. 2 h-Moll von J. S. Bach sowie die Böhmische Hirtenmesse von J. J. Ryba.

An die sehr erfolgreiche Tätigkeit von Jan Kasal knüpfte 1992 der nicht minder erfolgreiche Zdeněk Šulc an. Dieser Künstler verschaffte dem Chor auch in der Welt einen Namen.

Prof. Zdeněk Šulc erneuerte ebenfalls die Arbeit mit einem Kammerorchester bestehend überwiegend aus jungen Interpreten (Mitglieder der Tschechischen Philharmonie, FOK, SOČR). So erweiterte sich das Repertoire um Kantaten, Messen und Oratorien, die sowohl im

Saal des Prager Hlahol

als auch im Smetana-Saal, dem Rudolfinum und Kirchen in der Tschechischen Republik und im Ausland aufgeführt werden. Der Hlahol hat in seinem Repertoire viele A-Capella-Kompositionen tschechischer und ausländischer Komponisten. Derzeit zählt der Chor 60 Mitglieder, das Durchschnittsalter beträgt ca. 35 Jahre.

Seit 2001 steht der Verein unter der künstlerischen Leitung von Regens chori

Roman Z. Novák.